© 2019 Oskar Rink

1.AKT, HATZ

1ST ACT, HUNT

MUSEUM DER BILDENDEN KÜNSTE / KATHARINENSTRASSE 10, LEIPZIG

5. DEZEMBER  2017  -  25. FEBRUAR 2018

 Anja Heymann - Marie Carolin Knoth - Oskar Rink/Benjamin Kindervatter

Mandy Kunze - Petra Polli - Susanne Wurlitzer

Die Projektgruppe Formation 7 besteht aus 6 Künstlerinnen: Anja Heymann, Marie Carolin Knoth, Mandy Kunze, Petra Polli, Oskar Rink und Susanne Wurlitzer. Ein Mal im Jahr setzen sie sich mit ihrem je eigenen künstlerischen Werk in Beziehung zu einer gemeinsam gewählten 7. künstlerischen Position. Diese 7. Position kann sich auf die Vergangenheit oder auf die Gegenwart beziehen. Die 7. Position, für die sich die Formation 7 in diesem Jahr zum ersten Mal entschieden hat, ist das Gemälde Bärenhetze aus dem 17. Jhd. von Carl Borromäus Andreas Ruthart. Es befindet sich im Museum der Bildenden Künste Leipzig und zeigt eine Jagd Szene.
Ruthart bezieht sich, was die Thematik und auch die Komposition seiner Bärenhetze betrifft, auf flämische Künstler des 17. Jhd. Insbesondere Gemälde von Paul de Vos und von Frans Snyders (Die Münchner Bärenjagd / Bayrische Staatsgemäldesammlungen München) dienten ihm als Vorbild. Auch zu Rubens Gemälde Merkur und Argus aus der Gemäldegalerie Alter Meister in Dresden lassen sich Bezüge herstellen.
 

Oskar Rink & Benjamin Kindervatter

 

Wir pflegen eine kritische Haltung zur Trophäenjagd.

Runtergebrochen war und ist die Bären-Hatz bis heute keine Jagd zur Beschaffung von Nahrung oder der notwendigen Dezimierung des Wildbestandes. In der Blütezeit des 17. Jahrhunderts, aus dem das Werk Bärenhetze von Ruthart stammt, stellte die Hatz ein gesellschaftliches Ereignis zur Unterhaltung des Hochadels dar. Ein grausames Erlebnis, eine Zurschaustellung von Machtverhältnissen, ein Zeitvertreib und Vergnügen der aristokratischen Gesellschaft – klar in Gesellschaftsschichten unterteilt. Hochwild für den Hochadel, Niederwild für den niederen Adel und das einfache Volk hungerte oder wurde der Wilderei bezichtigt.

Was wäre wenn der Jäger und der Gejagte die Plätze tauschen würden? Wenn das landschaftliche Idyll der Jagd und das anheimelnde Jagdzimmer mit einem Tod verziert würde, der uns näher ist? Wenn die Überreste eines Menschen über dem flackernden Kamin hingen, gesäumt von Bildern der Jagd? Was würde es in uns auslösen? Und wie würde er aussehen, dieser Hybrid aus Jagdzimmer und Gedenkstätte? Was passiert mit einem Raum wie dem Jagdzimmer in dem der Tod Triumph bedeutet und nicht Trauer? Vergänglichkeit und Konservierung. Verlust und Erinnerung.


Die Installation wird in den ersten drei Wochen der Ausstellung täglich fotografiert, um ihre Veränderung und ihr Welken in einer Fotoarbeit zu dokumentieren.